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Sayaboury

Heute habe ich einiges gelernt. Ich hatte gestern irgendwie nicht richtig verstanden, was hier alles passiert mit Elefanten. Also es gibt eine NGO, die sich in Laos um die domestizierten Elefanten kümmert, und es gibt das ECC, welches dazu da ist, Geld zu verdienen z.B. mit den Touristen. Mir ist nicht klar geworden, wann ist eine Aufgabe eine Aufgabe der NGO und wann vom ECC, da die Aufgaben auch von den gleichen Leuten erbracht werden. Ich spreche einfachheitshalber jetzt nur noch vom ECC. Das ECC hat ein Ziel, die Anzahl der Elefanten zu steigen in Laos. Laos wird nicht nur das Land der weißen Elefanten sondern auch das Land der tausend Elefanten genannt. Dies mag früher mal so gewesen sein, aber heute gibt es so viele Elefanten nicht mehr. Obwohl der Elefanten für die Laoten heilig sind, haben viele Laoten noch nie einen Elefanten gesehen. Eine Geburt eines Elefanten bedeutet für einen Mahout 5 Jahre keinen Verdienst wegen 2-jähriger Schwangerschaft und 3-jähriger Stillzeit und deswegen sind wenige Mahout interessiert, dass ihre Elefanten Babies bekommen. Das ECC unterstützt die Mahouts, dass ihre Elefanten Babies bekommen. Sie können zwei Jahre lang im Camp bleiben bei freier Kost und Logis für Mahout und Elefant sowie einem Verdienst für den Mahout, wenn ihr Elefant schwanger ist. Im ECC werden die weiblichen Elefanten mit männlichen Tieren zusammengebracht. Weibliche Elefanten sind alle vier Monate empfängnisbereit. Alles passiert hier auf natürlichem Weg, es gibt keine künstlichen Befruchtungen. Jeden Tag werden zwei der Elefanten untersucht und schwangere Elefanten werden täglich untersucht. Dafür gibt es eine Tierärztin. Sie ist aus Frankreich. Diese Aktion mit den Mahout und den Elefantenbabies erfolgt, glaube ich, im Rahmen der Arbeit der NGO. Das ECC selbst hat sieben Elefanten, diese werden, wie gestern schon geschrieben so artgerecht wie möglich gehalten. Sie haben hier ein großes eingezäuntes Gebiet, indem sie den Tag verbringen und ihr soziales Leben pflegen können. Auch bei den eigenen Elefanten besteht das Interesse, dass sie sich fortpflanzen. Eine Biologin, die aus Spanien ist, ist verantwortlich dafür, dass die Haltung so artgerecht wie möglich erfolgt. Das ECC bietet auch mobile Hilfe für die Elefanten in der Sayaboury-Provinz und im Süden von Laos an. In beiden Regionen sind hauptsächlich die domestizierten Elefanten in Laos zu finden. Sie gehen in die Dörfer und registrieren die Elefanten mit Mikrochips und in ihrer Datenbank und sie schauen nach ihrer Gesundheit. Den Mahouts geben Sie Unterstützung, wie sie Probleme mit Abzessen, mit den Nägeln oder sonstiges selbst heilen können. Die Mahouts können das ECC jeder Zeit kontaktieren, wenn ihr Elefant gesundheitliche Probleme hat. Wenn es nicht ambulant bzw. vor Ort behandelt werden kann, muss der Mahout seinen Elefanten ins ECC bringen. So musste vor drei Wochen ein Elefant mit einem riesigen Abzess mit 5 Liter Eiter behandelt werden. Der Mahout lief wohl mehrere Tage mit seinem Elefanten ins Krankenhaus ins ECC. Das Krankenhaus ist ganz einfach eingerichtet und arbeitet mit einfachsten Mittel. Eine wirkliche Operation kann hier vermutlich nicht durchgeführt werden. Interessant ist, dass die Elefanten bei ihrer wöchentlichen Untersuchungen auch trainiert werden, auf bestimmte Befehle z.B. ihre Füße zu zeigen oder zu heben. Vergleichbar mit unserem “mach mal den Mund auf und sag A”. Dies dient dazu, dass im Falle einer Krankheit, sie den Arzt und die Untersuchung gewöhnt sind und alles einfacher geht. Dieses Training erhalten alle Elefanten, die hier ins Camp kommen. Also die eigenen Elefanten und die Elefanten, die nur zeitweise hier sind.

Wir sind heute im Grunde den ganzen Tag im relativ kleinen Camp ständig von einem Ort zum anderen gelaufen und haben dort neue Infos erhalten. Ich war morgens nicht mit im Wald und habe nicht die Elefanten aus ihrem Übernachtungsquartier abgeholt, um sie dann zu reiten. Wie schon gesagt, fühle ich mich auf dem Elefanten nicht so wohl. Ich habe aber die Untersuchung der einen schwangeren Elefantendame gesehen. Sie wird wohl im Dezember ihr Baby bekommen. Bei einer weiteren Elefantendame wissen sie noch nicht sicher, ob sie schwanger ist, aber alle Anzeichen sprechen dafür. Man kann dies zwar über den Hormonspiegel prüfen, aber hier kann man nur Blut und Urin abnehmen, aber die Untersuchung selbst nicht durchführen, dies geht nur in Vientiane oder in Thailand und seit Sayaboury keinen aktiven Flugplatz mehr hat, ist diese Untersuchung nicht mehr möglich. Wir haben außerdem bei den Mahouts einige Kommandos gelernt, um einen Elefanten zu bewegen, bestimmte Aktionen zu tun. Stehen, gehen, nach rechts, nach link, zurück, Rüssel heben etc..

Nachdem Mittagessen fuhren wir über den See in das Gebiet, welches ausschließlich für Mütter mit Kind vorgesehen ist. Freudig und in der Hoffnung von uns Bananen zu erhalten, sprang das Elefanten-Kind, 3 Jahre alt, ins Wasser und Schwamm zu unserem Boot. Leider musste wir ihn enttäuschen, wir hatten keine Bananen dabei. Später konnten wir noch im See baden und der Tag endete mit einem tollen Sonnenuntergang.

Bis morgen Birgit