Antarktis – Tag 9 – Südgeorgien

Der Weckruf erfolgte 7:15 und heute morgen ging es mir nicht wirklich viel besser. Meine Stimme war fast Weg und der Rest war recht tief. Naja aber während des Tages wurde alles besser. Jetzt kurz vorm Abendessen fühle ich mich eigentlich ganz gut.

Zuerst landeten wir auf Prion Island. Prion Island haben wir vor zwei Tagen schon passiert, aber da unser Tagesplan mit den Tagesplänen anderer Schiffe abgestimmt werden muss, damit nicht alle gleichzeitig die selbe Bucht oder die selbe Insel anfahren, sind wir heute Morgen hierher zurückgefahren. Hier darf man nur mit einer besonderen Genehmigung anlanden und dann sind auch nur 50 Leute gleichzeitig auf der Insel erlaubt. Hier brüten Wanderalbatrosse, dies sind die größten Albatrosse, die es auf der Welt gibt. Die Spannweite der Flügel der Wanderalbatrosse reicht von 3 bis 3,50m. Und ja die Vögel sind riesig. Ein kleiner Holzpfad führte durch eine Robbenkolonie ins Innere der Insel, wo die Albatrosse brüten. Es gab zwei Aussichtsplattformen und wir hatten Glück. An der ersten Plattform saß ein Wanderalbatross auf seinem Nest und direkt bei der zweiten Plattform baute ein Paar von Wanderalbatrossen gerade noch an ihrem Nest. Wir waren kaum einen Meter von ihnen entfernt und so konnten wir die Tiere genau betrachten. Danach stand eine Zodiac Cruise an. Da es auf einer Zodiac Cruise immer sehr kalt wird, habe ich diese auf Grund meines Schnupfens ausfallen lassen. Ich konnte dafür länger auf Prion Island bleiben und habe so auch den Südlichen Riesenpieper, einen seltenen Singvogel, gesehen. Mit den ersten Siedlern von Südgeorgien wie Walfänger oder Antarktis-Forschern wurden auch Tiere nach Südgeorgien eingeschleppt, die für die heimischen Tiere und Pflanzen schädlich waren. So z.B. Rentiere. Diese werden seit ein paar Jahren systematisch abgeschossen oder die Ratten, auch hier wird systematisch Insel für Insel rattenfrei gemacht. Ein Gewinner der Rattenfreiheit ist der Südliche Riesenpieper, dessen Eier wurden nämlich von den Ratten gegessen und sein Aussterben war fast unausweichlich. Nun wurden die ersten Zunahmen an Tieren festgestellt.

Über die Mittagszeit fuhr das Schiff wieder Richtung Osten und ganz weit am Horizont die ersten Eisberge, aber wirklich noch sehr weit entfernt. Wir fuhren bis zur Hercules Bay. Dort machten wir eine Zodiac Cruise und eine Anlandung an einem kleinen Strand. Und nachdem es heute Morgen auf Prion Island erst bewölkt und später schon leicht besseres Wetter war. Hatten wir nun in der Hercules Bay blauen Himmel und Sonnenschein. Es war nicht kalt und es war ein Genuss die Fahrt auf dem Wasser. Rund um uns schwammen und sprangen die Pinguine. Hier in der Hercules Bay haben wir nun zum ersten Mal Goldschopfpinguine gesehen. Dies ist nun die fünfte Pinguinart, die wir bisher gesehen haben. Ich bin begeistert. Ich muss aber feststellen, dass eine Zodiac Cruise sich nicht eignet schöne Tierfotos zu machen. Das Zodiac wackelt viel zu sehr bzw. kann nicht ruhig an einem Platz gehalten werden. Als wir am Strand waren, war das Fotografieren dann wieder sehr gut möglich. Immer in kleinen Gruppen wurden die Pinguine an den Strand gespült. Sehr witzig, wie sie da so urplötzlich aus einer Welle auftauchen.

Zum Abendessen gab es Rentier.

Nach dem Abendessen waren rund um das Schiff, die ersten Eisstücke und etwas weiter weg die ersten größeren Eisberge zu sehen.

Ich muss einmal festhalten, dass wir sehr viel Glück bisher mit dem Wetter haben. Wir hoffen alle, dass dies anhält.

See you tomorrow Birgit